Messe zieht positives Zwischenfazit - bislang 28.000 Besucher
Leipzig. 28.000 Besucher haben an den ersten beiden Messetagen die Games Convention Online besucht. Damit zog Messechef Wolfgang Marzin eine positive Halbzeitbilanz zur ersten Convention für Online-Spiele. „Die Games Convention Online steuert auf eine erfolgreiche Premiere zu“, sagte Marzin in einer Mitteilung vom Sonnabend. „Die Aussteller berichten von zahlreichen Businesskontakten und einer glänzenden Stimmung unter den Besuchern.“
Nachdem der Freitag mit nur wenigen Besuchern verhalten angelaufen war, kamen am Samstag die erhofften Mengen auf das Gelände der Neuen Messe. Die Stände und Tribünen waren im Gegensatz zum Vortag gut gefüllt, die Messe ließ wieder das alte GC-Flair erahnen. Allerdings waren längst nicht alle Besucher mit dem Konzept der Games Convention Online zufrieden. Zu klein sei die Messe, zu wenige Aussteller und Spiele, lauteten die Klagen vieler enttäuschter User.
Besucherzahlen unter den Erwartungen - Aussteller dennoch zufrieden
Überwiegend positiv bewerten die Aussteller den bisherigen Verlauf der Messe. So zeigt sich Bigpoint-Chef Heiko Hubertz trotz der durchwachsenen Besucherzahlen mit den ersten beiden Messetagen zufrieden: „Auch wenn die Hallen bei weitem nicht so gut gefüllt sind, wie in den vergangenen Jahren, sind wir mit dem Feedback der User bislang sehr glücklich.“ Auf der Messe stellt Bigpoint unter anderem das neue Browsergame Poisonville vor. Was das Geschäftliche angeht, seien die Erwartungen übertroffen worden. Zahlreiche Aufträge konnten bereits per Handschlag vereinbart werden, so der Unternehmer.
Auch Klaas Kersting, Geschäftsführer von Gameforge, zieht trotz der bislang ausbleibenden Besuchermassen ein positives Zwischenfazit. „Am Freitag ist die Messe sicher unter ihren Erwartungen geblieben. Die Resonanz der Gilden- und Clan-Spieler auf die GC Online ist aber groß. Das ist für uns das Wichtigste“, erklärt der Firmenchef am Samstag. So seien rund 750 Gamer aus 23 Ländern der Einladung des Unternehmens gefolgt, in einer Zeltstadt im Außenbereich des Messegeländes zu übernachten. „Das zeigt, dass die GCO von den Communitys angenommen wird. Ob es am Ende 30.000, 50.000 oder 70.000 Besucher werden, ist da eigentlich fast egal.“
Was das Messegeschäft angeht, seien die Ziele von Gameforge bislang erfüllt worden. „Man merkt, dass alle Unternehmen aus der Online-Branche hier in einem Boot sitzen. Es gibt viele fruchtbare Diskussionen, einige Deals sind bereits unter Dach und Fach“, so Kersting. Einen davon enthüllte der Publisher aus Karlsruhe bereits am Freitag. Zusammen mit den Machern des Strategie-Klassikers Die Gilde, entwickelt das Unternehmen einen Online-Nachfolger des Spiels, der in Echtzeit gespielt wird. Gilde 1400 soll im Herbst als Browsergame erscheinen.
Partnerland Korea knüpft neue Partnerschaften
Zufrieden zeigt sich auch Insung Park, Business Development Manager der
Korea Trade-Investment Promotion Agency (KOTRA). Er verweist auf zahlreiche
Gespräche zwischen koreanischen Unternehmen und Fachbesuchern im Business
Center. „Wir konnten mehrere strategische Partnerschaften zwischen
koreanischen Publishern und deutschen Unternehmen vermitteln.“
Ein Highlight des Sonnabends war der Cosplay-Wettbewerb auf der
Community-Bühne in Halle 4. Zahlreiche verkleidete Gamer bevölkerten die Hallen. Einige von ihnen stellten sich einer fachkundigen Jury des Anime- und Mangavereins Animexx. Bewertet wurden neben der Kreativität der Kostüme auch die handwerklichen Leistungen.
Robert Nößler / Stephan Lohse
